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© GabiGödrich
Eigentlich genügt es bei der Körperwahrnehmung, sich auf den eigenen Körper zu konzentrieren, ihm die ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Regelmäßiges Meditieren oder das Anwenden entsprechender Entspannungstechniken (z.B. Autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Atemmeditation) können hier sehr hilfreich sein. Im Grunde geht es darum, sich selber zu spüren, ganz bei sich zu sein. Aufmerksam zu sein. Bestimmt hat jeder von uns schon einen Gegenstand aufmerksam betrachtet. Und hat sich dann mit seiner Aufmerksamkeit, seiner Konzentration ganz in ihn vertieft. Diesmal ist es unser eigener Körper, auf den wir uns konzentrieren, den wir aufmerksam wahrnehmen, spüren. Vielleicht fällt uns am Anfang diese Eigenbeobachtung schwer. Wer möchte, kann es einfach mal ausprobieren. Ich habe einen Text zusammengestellt in Anlehnung an die verschiedenen Übungen aus den Therapiestunden während meines Reha-Aufenthalts in Gailingen. Er soll keine Therapiestunde ersetzen, sondern nur eine Ahnung von dem vermitteln, was Körperwahrnehmung bedeutet.
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Bei der folgenden Übung lässt Du Dir für jeden Abschnitt soviel Zeit, wie es für Dich angenehm ist.....Die Punkte im folgenden Text sollen Pausen anzeigen.... Du kannst Dir den Text selbst auf Cassette sprechen und dann anhören....
Leg Dich dazu auf den Rücken, am besten auf eine bequeme Unterlage und schliesse die Augen..... nimm Dir Zeit für´s Ankommen.... lege Dich so hin, wie es sich für Dich gut anfühlt.... so wie es für Dich angenehm ist, so ist es richtig.... versuche zu spüren, wo Dein Körper Kontakt zum Boden hat..... gibt es Bereiche, die gar keinen Kontakt haben?.....gehe in Gedanken zu Deinen Füssen.... kannst Du sie spüren?.... In welche Richtung zeigen Deine Zehen?.... fallen sie nach aussen?....wenn sie nach aussen fallen, fallen dann beide Füsse gleich weit?.... Wo haben Deine Füsse, Deine Beine am meisten Kontakt zum Boden?....
Dazu gehst Du in Gedanken zu Deinen Waden.... wie spürst Du das Gewicht Deiner Beine?.... spürst Du es auf beiden Seiten gleich stark?..... Ist der Kontakt zum Boden, die Berührung mit der Unterlage angenehm oder unangenehm?.... Wie fühlt sich das an?..... Sind Deine Beine gleich lang?.... oder kannst Du Unterschiede wahrnehmen?.... Gibt es Bereiche Deiner Beine, die Du ganz deutlich spürst und andere weniger?.... auch wenn Du nichts spürst.... keine genaue Wahrnehmung hast.... alles vielleicht nur ahnen kannst....so ist auch das eine Wahrnehmung.... und sie ist so in Ordnung.... so wie Du sie für Dich fühlst....
Und wenn Du weitergehst zu den Kniekehlen.... wieviel Platz ist denn zwischen dem Boden und Deinen Kniekehlen?... Passt eine Hand dazwischen?.... Oder berühren Deine Kniekehlen die Unterlage?.... Ist die Entfernung Deiner Kniekehlen zum Boden auf beiden Seiten gleich gross?.... Und welches Deiner Beine hat mehr Kontakt zum Boden?....Das linke oder das rechte Bein?.... wo spürst Du diesen Kontakt am stärksten?
Wenn Du weitergehst zu Deinen Oberschenkeln und von dort aus zu Deinem Becken.... ist das Gewicht im Bereich Deines Beckens gleich verteilt?....oder spürst Du auf der einen Seite mehr Gewicht als auf der anderen?.... wenn Du Deine Wirbelsäule ein kleines Stück weiter nach oben gehst....zu Deiner Lendenwirbelsäule.... wie ist dort die Berührung Deiner Wirbelsäule zum Boden?.... kannst Du dort einen Hohlraum spüren?.... wieviel Abstand hat Deine Wirbelsäule an diesem Punkt zum Boden?.... versuche Dir den Abstand bewusst zu machen....
Gehe dann mit Deinen Gedanken weiter zu Deiner Brustwirbelsäule.... zu Deinem Brustkorb.... und richte Deine Aufmerksamkeit auf Deine Rippen.... vergleiche beide Seiten Deines Brustkorbs miteinander.... haben beide Seiten den gleichen Kontakt zum Boden?.... Oder liegt eine Seite mehr auf als die andere?.... Hast Du das Gefühl, dass beide Seiten Deiner Rippen den Boden mit der selben Intensität berühren?.... Oder hat Dein Körper auf einer Seite mehr Kontakt als auf der anderen?.... gehe nun weiter mit Deiner Aufmerksamkeit zu Deinen Schultern.... was kannst Du dort spüren?.... wie fühlen sich Deine Schulterblätter an?.... Sind sie gleichgross?.... Fühlt sich dieser Bereich für Dich eher hart oder weich an?.... Wenn Du jetzt einmal mit Deinen Gedanken zu Deinen Ohren gehst.... wie weit sind sie von Deinen Schultern entfernt?.... Ist der Abstand auf beiden Seiten gleich?.... Oder unterscheiden sich die Entfernungen?.... Wenn ja, auf welcher Seite ist der Abstand grösser?....
Geh nun ein Stück weiter zu Deinen Halswirbeln.... berühren Deine Halswirbel den Boden?.... wahrscheinlich kannst Du einen Abstand zwischen Deinen Halswirbeln und dem Boden wahrnehmen.... wie gross ist dieser Abstand?... versuche auch hier, diesen Abstand wahrzunehmen.... ihn zu spüren.... an einer Stelle berührt Dein Hinterkopf den Boden.... kannst Du diese Stelle genauer wahrnehmen?... in welche Richtung zeigt denn Deine Nase?.... nach oben? Oder zu einer Seite?.... Wie liegt Dein Kopf genau?.... berührt die Mitte Deines Hinterkopfes den Boden?.... Oder ist er eher ein bisschen zur Seite geneigt?....
Wenn Du nun mit Deinen Gedanken wieder zurückkehrst zu Deinen Schultern.... und dann Deine Aufmerksamkeit auf Deine Arme lenkst.... wie liegen sie auf dem Boden auf?.... Kannst Du ihr Gewicht auf beiden Seiten gleich stark spüren?.... Sind sie gleich lang?.... Wie weit sind Deine Arme von Deinem Körper entfernt?.... Ist ein Arm weiter entfernt als der andere?.... und Deine Hände....wie berühren Deine Finger den Boden?.... liegen sie so, wie es für Dich angenehm ist?....
Lass nun Deine Gedanken ganz ruhig werden.... und bleibe einfach noch eine Weile ganz entspannt liegen.... stehe dann ganz langsam wieder auf....
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Es ist nun auch möglich, diese Körperwahrnehmung auch bei Bewegungen durchzuführen.... die Bewegung des Kopfes ist ein schönes Beispiel.... wenn ich im Sitzen meinen Kopf drehe.... nach links und dann wieder zurück zur Mitte und danach nach rechts.... wie weit kann ich ihn bewegen ohne Anstrengung? Ohne dass es Schmerzen verursacht? Und dann weite ich meine Beoachtung aus auf andere Körperteile.... möchte sich ein anderes Körperteil mitbewegen? Und wenn man es zulässt, verändert sich vielleicht die Art der Bewegung?....
Ich habe solche Übungen gemacht.... und war sehr erstaunt, wie ich mir Bewegung dadurch erleichtern konnte, indem ich bei einer Bewegung meinen ganzen Körper mit einbeziehe.
Feldenkrais sind keine Turnübungen. Feldenkrais ist auch keine Krankengymnastik. Feldenkrais will auch nicht heilen. Feldenkrais will uns mehr Möglichkeiten zeigen, eine Bewegung auszuführen. Und sie dadurch vielleicht zu erleichtern. Es gibt beim Feldenkrais kein Richtig oder Falsch. So wie wir uns mit einer Bewegung gut fühlen, so ist es für uns richtig. In unserer Realität.
Zum Thema Feldenkrais gibt es CDs, auf denen entsprechende Übungen gesprochen werden. Oder Videos. Mit guter Anleitung. Noch besser ist es, einen Feldenkrais-Kurs zu besuchen und dort von einem Feldenkrais-Lehrer angeleitet zu werden. Oft werden solche Kurse an der Volkshochschule oder auch in Rehas angeboten. Ich möchte hier ganz besonders das Buch von Anna Triebel Thome empfehlen: Bewegung ein Weg zum Selbst...Einführung in die Feldenkrais-Methode mit Übungs-CD ( ISBN: 3-87387-511-X....Jungfermannsche Verlagsbuchhandlung Paderborn 2002).
Mein Feldenkrais-Lehrer in der Reha sagte: Feldenkrais ist keine Therapie, Feldenkrais ist eine Lebenseinstellung/philosophie.
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© GabiGödrich