Bilder vom Schwarzwald
Für meinen Geburtstag hatte ich mir überlegt, dass ich ihn diesmal (2000) nicht zu Hause verbringen wollte. Ich wollte weg. Aber wohin? Ich wollte irgendwo hin, wo ich der Hektik einer Geburtstagsfeier entrinnen konnte. In einem Klosterführer habe ich den Namen zweier konfessionsungebundener Meditationszentren in Baden-Württemberg gefunden. In beiden steht die Zen-Meditation im Vordergrund. Eines ist das Meditationszentrum Bad Wimpfen (Adresse) in der Nähe von Heilbronn, das andere ist im Schwarzwald, ein buddhistisches Studienzentrum in Herrischried-Grossherrischwand (Adresse), der Johanneshof.
Ich habe mich für den Schwarzwald entschieden (wobei ich in Bad Wimpfen auch noch vorbeischauen werde). Normalerweise ist mir der Schwarzwald zu geschlossen, zu eng. Ich halte mich lieber in weiten, offenen Gebiete auf....um so erstaunter war ich, je näher wir dem Johanneshof kamen. Wir fuhren durch einen Ort mit dem Namen St.Blasien....da stand ein Gebäude mit einer grossen runden Kuppel. Das wollte ich mir dann doch näher anschauen.
Das Gebäude war ein Dom....ein rundes Gebäude.... als wir hineingingen, umgab uns eine wahnsinnige Helligkeit....so vollkommen ungewöhnlich für solche Gebäude. Für mich haben Kirchen und Klöster und ähnliche Einrichtungen immer so einen dunklen Charakter....dort war alles ganz anders. Die Wände waren weiss, rundum am unteren Teil der Kuppel waren Fenster angebracht, ohne Fenstermalerei, so dass das Sonnenlicht ungehindert durchscheinen konnte.
An diesem Tag verdeckten immer wieder Wolken die Sonne. Ich stand da und staunte nur noch. In diesem Moment zogen wohl die Wolken vor der Sonne weiter....und die Sonnenstrahlen fielen direkt auf mein Gesicht....ganz warm :-)....ganz weich :-)....direkt an den Platz, auf dem ich stand....das war ein wunderschönes Erlebnis....ich habe mich in diesem Dom sehr wohl gefühlt....es war so gar nicht erdrückend....einfach frei :-)....
Der nächste Punkt der Reise war dann ein Wasserfall bei Todtnau. Es ging dort auf einem kleinen, unebenen Waldweg zu der Stelle, an der man nach oben schauen konnte. Es gab auch noch die Möglichkeit, eine Steintreppe nach oben zu gehen....aber das habe ich dann bleiben lassen ;-). Weil ich wusste, dass ich noch an einen anderen Ort wollte und das wäre mir dann wohl zuviel geworden. Ich kann es nicht genau erklären, aber die ganze Atmosphäre dort war Stille, Frieden, Liebe....und so war die ganze weitere Umgebung in diesem Teil vom südlichen Hochschwarzwald. Schon der Dom in St.Blasien hatte diese Ausstrahlung :-)....
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Wir sind dann irgendwann weiter gefahren zum Buddhistischen Studienzentrum. Ich hatte dort ein paar Tage vorher angerufen, dass ich vorbeikommen würde. Ich hatte mir nicht davon versprochen, dass ich dort dann an Meditationen teilnehmen werde. Ich wollte mich einfach mal informieren und die Atmosphäre auf mich wirken lassen....weil es ist möglich, dort eine gewisse Zeit mitzuleben....ein paar Tage oder mehrere Wochen oder Monate (gegen einen in meinen Augen sehr fairen Unkostenbeitrag).
Das Haus liegt sehr ruhig in einem kleinen Dorf. Das Haus war früher ein Kinderheim. Jetzt ist es ein Seminargebäude mit Meditationsräumen, Studienzimmern und Übernachtungsplätzen, es ist aber auch ein Platz, an dem buddhistische Praxis gelebt wird. Aussen gibt es einen grösseren Garten mit einem Meditationsweg um einen kleinen Teich. In dem Haus wohnen zur Zeit acht Leute. Besucher sind dort herzlich willkommen. Wer dort eine Weile bleibt, nimmt am klösterlichen Tagesablauf teil. Das bedeutet sehr frühes Aufstehen, Teilnahme an den Zazen (Sitzen in Versunkenheit), auch die Teilnahme an den alltäglichen Übungen ist mit dabei, weil es wird dort ja auch gekocht und geputzt und andere Dinge getan, die zur Hausarbeit gehören. Zusätzlich gibt es dann noch Seminare und Studienzeiten. Der Zen-Lehrer dieses Hauses ist Zentatsu Baker-roshi. Er vermittelt die buddhistische Lehre im Westen.
Mich hat dieses Haus sehr beeindruckt. Es ist ein Platz zum Innehalten, zum Zurückziehen. Man sollte die Entscheidung zur Teilnahme am klösterlichen Tagesablauf jedoch nicht ohne genaue Überprüfung der eigenen Motivation treffen. Denn die Menschen, die dieses Haus betreuen, haben es sich zur Aufgabe gemacht, etwas von ihren Erfahrungen an andere weiterzugeben und ihren Gästen, wenn diese es wünschen, das Werkzeug in die Hand zu geben, zu sich selbst zu kommen, ihr Leben zu gestalten. Und dazu gehört dann eben auch die eigene Initiative der Gäste. Gelebter Buddhismus....nicht nur Theorie :-).
Wer Interesse hat, kann das Programm des Johaneshofes anfordern. Adressenlink ist weiter oben.
74200 Badwimpfen
Tel. 07063/95 06 66
Fax 07063/495
Auch hier ist es möglich, zu sich selbst, in Balance zu kommen. Der Alltag verläuft mit weniger festen Regeln. Angebote gibt es zum Beispiel im Bereich Meditation, Stressbewältigung, Zenmeditation....es ist aber auch möglich, ausserhalb der Kursangebote im Solebad oder in der Sauna oder durch´Fahrrad fahren oder ..... zu entspannen. Der Tagesablauf ist nicht so streng geregelt wie im Johanneshof. Ich war selbst noch nie dort, aber ich denke, der Unterschied zum Johanneshof ist einfach der, dass die Angebote nicht in einem klösterlichen Tagesablauf integriert sind, dass die buddhistische Praxis nicht so im Vordergrund steht.
Es ist sinnvoll, sich ein Kursprogramm zuschicken zu lassen.
Buddhistisches Studienzentrum GmbH
im Johanneshof
Quellenweg 4
D-79737 Herrischried-Grossherrischwand
Tel. 07764/226
Fax 07764/6614
e-mail: johanneshof@dharma-sangha.de
Bürozeiten: Montag bis Freitag von 10-12 Uhr
© GabiGödrich