Sinnesgarten

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Naturerlebnisse

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Ein Sinnesgarten ist ein „Garten“, in dem man alles mit den Sinnen erleben kann....

schmecken

riechen

hören

fühlen

sehen





Einführung



Vielleicht erzähle ich einfach mal von einem Besuch einer Ausstellung (Hugo Kükelhaus) , die das sinnlich Erleben zum Thema hatte.

Ich wurde dort aufgefordert, in tiefe Tonkrüge zu greifen und zu ertasten, was sich darin befand. Ich sollte meine Schuhe ausziehen und barfuss mit geschlossenen Augen über einen kleinen Weg laufen, der ausgelegt war mit Kieselsteinen, Sand, Rinde.... . An einem kleinen Baum hingen kleine Fläschchen, die ich öffnen und in die ich hineinriechen sollte, um die verschiedenen Düfte wahrzunehmen. Und es war ein Klanginstrument aufgebaut, an dem ich verschiedene Punkte anschlagen konnte, um dabei erklingenden Tönen zuzuhören und sie aufzunehmen. Und noch vieles mehr stand bereit.

Und ich probierte alles aus. Mir hatte damals keiner die Anweisung gegeben, Gefühle wahrzunehmen. Aber das war auch nicht nötig, denn das geschah von ganz alleine, als ich mich bewusst auf das konzentrierte, war ich tasten, hören, riechen, sehen oder schmecken konnte. Was ich als besonders schön empfand: man konnte nicht verlieren oder gewinnen, man war einfach kreativ und intuitiv. Als ich die Ausstellung nach ca. zwei Stunden wieder verliess, fühlte ich mich ruhig und ausgeglichen. In mir war eine Leichtigkeit, die sich eigentlich nicht beschreiben lässt :-). Und man könnte sagen, dass ich eine neue Art von Lebensfreude empfand, die auch noch Tage später spürbar war. In mir war eine Gelassenheit, die ich so nicht kannte :-)

Ich versuche seither, wieder mehr Sinnlichkeit in mein Leben einfliessen zu lassen. Und unser Alltag bietet mehr Möglichkeiten als wir vielleicht glauben :-)....wir müssen nur das, was wir schmecken, tasten, riechen, hören, sehen und fühlen, bewusster wahrnehmen und uns mehr darauf konzentrieren.

Für manchen ist es vielleicht nicht mehr möglich, alle Sinne zu benutzen. Ich selber habe zum Beispiel ein gestörtes Stereohören....es dürfen nicht zu viele Geräusche auf einmal auf mich einströmen, sonst habe ich Schwierigkeiten, die einzelnen Geräusche auseinanderzuhalten. Andere spüren vielleicht Berührungen auf ihrer Haut nicht mehr....ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn ein Sinnesorgan geschädigt ist, dafür andere umso stärker in den Vordergrund rücken und einen Ausgleich schaffen.



Anstatt mein Essen zu verschlingen, kann ich versuchen, jede Geschmacksrichtung herauszuspüren (langsam essen)

- Mein Radiogerät kann ich ausschalten und auf die Geräusche in meiner Umgebung achten

- Ich kann einen Baum nicht nur sehen, sondern auch befühlen und blind ertasten

- Beim Haarewaschen schliesse ich die Augen und kann uns auf die Berührung meiner Hände mit der Kopfhaut konzentrieren

- Mit Watte oder einer Feder kann ich über meinen Körper streifen und versuchen, die Gefühle, die dabei entstehen, zu beobachten

- Von meiner Gitarre kann ich die Vibrationen erspüren

- An einem sonnigen (offene Fenster) Sonntag morgen kann ich einen Spaziergang durch ein Wohngebiet machen und versuchen herauszufinden, welche Essensgerüche mir entgegenkommen

- Ich kann mir Bilder von optischen Täuschungen anschauen

- In der Natur kann ich die verschiedenen Farben des Herbstes betrachten.

- Unterschiedliche Mengen Wasser fülle ich in Flaschen und höre, welche unterschiedlichen Töne dabei entstehen

Ich selber habe mir zum Beispiel angewöhnt, nicht mehr mit den Augen in meinem Rucksack nach einem Gegenstand zu suchen, sondern ich versuche, den Gegenstand mit den Händen zu finden. Und das Verblüffende ist: am Anfang war das noch sehr schwierig. Aber jetzt bin ich mit den Händen schneller als mit den Augen :-).....hat also auch etwas mit Training zu tun.

Es gibt viele Wege, die Sinne wieder mehr im täglichen Leben einzubringen, wir müssen sie nur gehen. Die Natur und unsere Umgebung bieten dazu viele Möglichkeiten.

Wenn ein Sinnesgarten irgendwo angeboten wird, dann sind die Leute hellauf begeistert :-). Und jeder kann sich zu Hause seinen eigenen Sinnesgarten bauen.


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Naturerlebnisse

Wenn ich spazieren gehe in der Natur, dann kann ich das alleine tun oder auch zusammen mit jemand anderem. Wir können miteinander reden oder miteinander schweigen oder schweigend nebeneinander hergehen....und jeder hängt dann in diesem Moment seinen eigenen Gedanken nach. Ist ganz bei sich. Oder betrachtet sich die Vorgänge in der Natur. Irgendwo hoppelt vielleicht ein Hase über das Feld oder es fliegt ein Vogel am Himmel. Vielleicht quälen aber auch vergangene Ereignisse die Gedanken der Spaziergänger. Oder sie träumen von schönen Zeiten :-)....zusammen oder jeder für sich.

So ein Spaziergang kann wie eine Meditation sein. Die Stille, die Natur geniessen. Sich nicht hetzen lassen....einfach gehen lassen....ohne Druck....ohne die Hektik des Alltags. So wie es der eigenen Natur entspricht. Einfach alles um sich herum aufnehmen, annehmen, auch die dunklen Gedanken, sie dann aber wieder loslassen, weiterziehen lassen. Sich freuen an den kleinen Dingen, die einem unterwegs begegnen.

Im einem meiner Urlaube war ich mit meinem Freund zusammen in einer Tropfsteinhöhle in Frankreich, dem Schlund von Padirac und seinem unterirdischen Fluss. Von aussen sieht das Ganze aus wie ein riesengrosses Loch. Der Weg ging über hundert Meter in die Tiefe....einen Teil sind wir mit dem Aufzug gefahren, den letzten Teil sind wir zu Fuss gegangen....steile Treppen abwärts. Für mich war das ziemlich anstrengend und ich wusste noch nicht so recht, was mich da unten noch erwarten wird. Irgendwann waren wir an die Stelle, an der die Boote ablegten. Wir stiegen dort ein und wurden mit Stocherkähnen 500 m den unterirdischen Fluss entlanggeschippert. Ich war schon schwer beeindruckt von den vielen Tropfsteinen auf dieser Fahrt. Aber das, was ich dann beim anschliessenden Höhlengang zu sehen bekam, das war so wunderschön....ich bin aus dem Staunen einfach nicht mehr rausgekommen. Ich kann diese Schönheit auch nicht beschreiben. So etwas kann man nicht in Worte fassen. Es war alles so rein, so klar. Genauso wie die Luft, die ganze Athmosphäre in der Höhle. Und in mir war so eine Ruhe, so ein Frieden. Ich war in diesem Moment einfach ein total glücklicher Mensch, ruhig und zufrieden. Es war ein Gefühl wie „angekommen, zu Hause sein“.



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Kim - Spiele

Kim-Spiele sind auch dazu geeignet, sich zu vertiefen, zu entspannen.

Kinder spielen gerne Kim-Spiele. Diese Spiele haben auch sehr viel mit den Sinnen zu tun. Allerdings geht es hier im Gegensatz zu vorher auch um das richtige Raten. In der Gruppe ist hier ein Gewinnen oder Verlieren möglich. Oben stand mehr das Erleben im Vordergrund. Und bei Kim-Spielen ist es auch notwendig dass man zu zweit ist. Einer, der das zu Ratende anbietet und einer, der rät. Diese Spiele schulen die Sinne.

Ein einfaches Beispiel für ein Kim-Spiel ist, dass jemand verschiedene Gegenstände zusammensucht, sie auf ein Tablett oder auf den Boden legt, eine zweite Person sich die Gegenstände eine Minute lang ansieht und versucht, sie sich alle einzuprägen und danach wird alles mit einem Tuch abgedeckt. Welche und wieviele Gegenstände kann sich jemand merken?

Ein weiteres Spiel: Jemand setzt sich so hin, dass er für die anderen nicht mehr sichtbar ist. Dann erzeugt er irgendwelche Geräusche (Streichholz anzünden, Papier zerknüllen....) und die anderen sollen dann sagen, was sie hören.

In einem Sack sind verschiedene Gegenstände. Eine Person greift in den Sack hinein und soll einen Gegenstand durch tasten erraten.

Eine Person schliesst die Augen. Eine andere Person gibt der ersten Person etwas zu essen oder zu trinken. Bei diesem Spiel sollten allerdings keine Scherzchen mit dem „Blinden“ gemacht werden. Weil der Blinde vertraut in diesem Moment, wenn er in das Spiel einwilligt. Der „Blinde“ soll nun sagen, was er schmeckt.

In Fläschchen werden verschiedene Gewürze oder Säfte oder Duftöle oder.... eingefüllt. Der andere muss nun daran riechen und erraten, welche Gerüche in den Fläschchen enthalten sind.

Blind führen: Eine Person schliesst die Augen, eine andere Person nimmt den „Blinden“ am Arm und führt ihn im Raum/auf der Wiese/im Wald spazieren. Der Blinde wird nun an verschiedene Gegenstände herangeführt. Er kann daran riechen oder tasten. Dieses Blindführen gehört dann wieder mehr zum Erleben der Sinne ohne Gewinnen oder Verlieren. Es kann auch das Gehen an sich als Sinneserlebnis erfahren werden.






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© GabiGödrich