Wege zurück zu mir selbst oder Der Weg ist das Ziel wozu soll das gut sein?
Die Fragen der Fragen
Vor dem Ende sprach Rabbi Sussja: In der kommenden Welt
wird man mich nicht fragen: Warum bist Du nicht Mose gewesen?
Man wird mich fragen: Warum bist Du nicht Sussja gewesen?
M.Buber Die Erzählungen der Chassidim (aus: Claus Stahl, unveröffentlichtes Manuskript, 2004)
Ich habe festgestellt, dass mir die Wege zurück zu mir selbst sehr viel geben. In solchen Momenten bin ich ganz bei mir und höre auf meine innere Stimme. Auf mich selbst. Mich mit mir selber beschäftigen, mich selber wichtig nehmen, mich selber wahrnehmen und schätzen, lieben lernen, das habe ich all die Jahre vergessen. Nicht mehr vor mir selber davonlaufen. Das ist jetzt mein Weg. Und dabei helfen und halfen mir meine Wege zurück zu mir selbst. Und je öfter ich sie anwende, desto mehr finden sie auch den Weg in meinen ganz normalen Alltag. Und ich bin überzeugt davon, dass dieser Weg auch mein körperliches Befinden positiv beeinflusst.
Denn durch meine Selbstwahrnehmung kann ich Zeichen meines Körpers viel eher erkennen auch Krankheitszeichen. Und das gibt mir die Möglichkeit, mich auf seine Bedürfnisse einzustellen, Rücksicht auf ihn zu nehmen und somit auch auf mich. Meinen Körper wichtig nehmen, mich wichtig nehmen....nicht nur in Momenten der Krankheit. Das ist eine ganz neue Sichtweise.
Im Bezug auf meine MS und meine Krankheitsbewältigung schenken mir die Wege zurück zu mir selbst mehr Selbstvertrauen, mich so anzunehmen wie ich bin. Es gibt ganz sicher noch eine ganze Menge Momente, in denen ich die Anerkennung anderer Menschen brauche, aber sie werden seltener. Mir sind Menschen wichtig geworden, die mich so akzeptieren, wie ich mit all meinen Einschränkungen, meinen Macken mein Leben lebe. Auch wenn es mir vielleicht irgendwann schlechter gehen sollte. Und die Wege zu mir zurück sollen mir auch dabei helfen, anderen Menschen gegenüber genau die gleiche Akzeptanz zu zeigen, wie ich sie mir selber auch von anderen wünsche.
Auch wenn sich diese Zeilen jetzt so lesen sollten, als ob ich schon am Ende meines Weges wäre, so muss ich hier doch widersprechen. Ich bin immer noch am Anfang meines Weges. Deshalb hab ich auch die Worte über diesem Text erweitert um die Worte: Der Weg ist das Ziel. Nicht das Ziel ist das Wichtige, sondern das, was mir auf diesem Weg begegnet.
Krankheitsbewältigung: Meditation,Visualisieren,Psychotherapie
© GabiGödrich